Der zweitägige Werbeplanung.at Summit 09 startet ausverkauft
Martin Staudinger, Herausgeber des Branchendienstes Werbeplanung.at, begrüßte heute in der Österreichischen Nationalbibliothek mehr als 400 Teilnehmer zum Werbeplanung.at Summit 09. Als Key-Note-Speaker trat ZIB-2-Moderator Armin Wolf in Erscheinung.


„Es ist eine grauenvolle Tageszeit für mich, wie Sie sich denken können“, eröffnete ZIB-2-Anchorman Armin Wolf kurz nach 9 Uhr den Werbeplanung.at Summit 09 als erster Sprecher. Als „Grufti, Old-Media-Mann“, habe er sich gewundert, zu einem Kongress für digitales Marketing eingeladen worden zu sein. Der Journalist verbringt „sechs bis acht Stunden im Internet als User und zirka eine Stunde pro Tag als Web-2.0er“. Wolf ist Österreichs wohl reichweitenstärkster Twitterer. 6.600 Follower, also Menschen, die seine Zwitschermeldungen bis jetzt abonnierten, verfolgen sein Tun. Das klingt nach viel, ist im internationalen Vergleich aber verschwindend gering – dem US-Journalisten George Stephanopoulos beispielsweise folgen etwa 960.000 Menschen. Das führt Wolf auch zu dem Befund, dass es in Österreich keine relevanten Blogger gebe. Nicht, weil keine hochprofessionellen Blogs in Österreich betrieben werden, sondern schlicht, weil sie „keine Öffentlichkeit erreichen oder etwas bewegen würden“. Freilich, Wolf gründet dabei sein Urteil explizit auf politischen Blogs und klammert spezifische Themenblogs aus.
Etablierter Markt – mit einer Menge Potenzial nach oben
In der anschließenden Gesprächsrunde antworte Clemens Riedl, CEO von StudiVZ, auf die Frage, was Österreichs Online-Medien von seinem Web-2.0-Angebot lernen könnten, dass Österreich Medien die Entwicklung des Social-Media verschlafen habe und es keine jungen, neue Angebote gebe. ORF.at-Direktor Thomas Prantner relativiert das: „Jede erfolgreiche Site kann von einer anderen erfolgreichen lernen.“ Prantner konstatiert jedoch, dass der ORF einen Aufholbedarf habe, um als multimediales Angebot wahrgenommen zu werden. Allerdings, Eile mit Weile: „Ich wäre verrückt, würde ich die Erfolgsstruktur, die zu diesen Zugriffen geführt hat, brechen.“
Eine Lanze für den Online-Standort Österreich bricht auch GMX.at-Chef Christopher Sima: „Wir haben hier gute Kreative und Innovationen – wie die Sitebar – eingeführt.“ Wolfgang Schwayda, Leiter der News Networld sieht allerdings die Kleinheit des Marktes auch als Hindernis für Innovationen.
Wie sieht der in Zahlen gegossene Erfolg etablierter Online-Medien aus? Von zehn Millionen Euro Bannerumsatz im VZ-Netzwerk im Jahr 2008 spricht Riedl. Gerlinde Hinterleitner, Chefredakteurin von derStandard.at sprach von einem Umsatz von 11,5 Millionen 2008, die Erwartungen für dieses Jahr hätten sich jedoch nicht ganz erfüllt. Prantner wollte für ORF.at keine Umsatzzahlen nennen. oe24-Netzwerk-Chef Martin Gaiger ließ sich immerhin soviel entlocken, dass der von ihm verantwortete Österreich-(Online)-Teil seit März ein ausgeglichenes Betriebsergebnis einfahre.
Google – Freund oder Feind?
Bleibt die Frage, ob der Großteil des Werbeeuros zu Google wandere? Für ORF.at-Boss Prantner ist die Sache klar: „Unsere Konkurrenten sind nicht derStandard, nicht krone.at, sondern Google.“ Das sieht Hinterleitner nicht so streng: „ Wir haben ein entspanntes Verhältnis zu Google. Die Menschen finden uns und unsere Contents damit. Google ist ein wichtiger Partner.“
Und wo werden die Marketing-Entscheidungen im globalen Online-Business getroffen? Für Rainer Gangl, Kreativer der Online-Branche, bleibt es ein lokales Business mit lokalen Ansprechpartnern. Dem schloss sich auch Chef der Mediaagentur MediaCom, Joachim Feher, an. Die lokale Bedeutung des digitalen Business versuchte Feher mit Zahlen aus seinem Unternehmen zu belegen: Bereits zehn Prozent seiner Mitarbeiter seien bereits mit Digital-Marketing beschäftigt.
Ungewohnt versöhnlich zeigte sich Martin Gaiger mit ORF.at in Hinsicht auf dessen Werbefinanzierung: „Ich fürchte, wenn ORF.at werbefrei wird, dann hätte es noch mehr User.“ Das freute auch Prantner und gab die Parole aus: „Wir sind die Zukunft!“ Meinte damit aber freilich die gesamte Digital-Marketing-Branche.



„Es ist eine grauenvolle Tageszeit für mich, wie Sie sich denken können“, eröffnete ZIB-2-Anchorman Armin Wolf kurz nach 9 Uhr den Werbeplanung.at Summit 09 als erster Sprecher. Als „Grufti, Old-Media-Mann“, habe er sich gewundert, zu einem Kongress für digitales Marketing eingeladen worden zu sein. Der Journalist verbringt „sechs bis acht Stunden im Internet als User und zirka eine Stunde pro Tag als Web-2.0er“. Wolf ist Österreichs wohl reichweitenstärkster Twitterer. 6.600 Follower, also Menschen, die seine Zwitschermeldungen bis jetzt abonnierten, verfolgen sein Tun. Das klingt nach viel, ist im internationalen Vergleich aber verschwindend gering – dem US-Journalisten George Stephanopoulos beispielsweise folgen etwa 960.000 Menschen. Das führt Wolf auch zu dem Befund, dass es in Österreich keine relevanten Blogger gebe. Nicht, weil keine hochprofessionellen Blogs in Österreich betrieben werden, sondern schlicht, weil sie „keine Öffentlichkeit erreichen oder etwas bewegen würden“. Freilich, Wolf gründet dabei sein Urteil explizit auf politischen Blogs und klammert spezifische Themenblogs aus.
Etablierter Markt – mit einer Menge Potenzial nach oben
In der anschließenden Gesprächsrunde antworte Clemens Riedl, CEO von StudiVZ, auf die Frage, was Österreichs Online-Medien von seinem Web-2.0-Angebot lernen könnten, dass Österreich Medien die Entwicklung des Social-Media verschlafen habe und es keine jungen, neue Angebote gebe. ORF.at-Direktor Thomas Prantner relativiert das: „Jede erfolgreiche Site kann von einer anderen erfolgreichen lernen.“ Prantner konstatiert jedoch, dass der ORF einen Aufholbedarf habe, um als multimediales Angebot wahrgenommen zu werden. Allerdings, Eile mit Weile: „Ich wäre verrückt, würde ich die Erfolgsstruktur, die zu diesen Zugriffen geführt hat, brechen.“
Eine Lanze für den Online-Standort Österreich bricht auch GMX.at-Chef Christopher Sima: „Wir haben hier gute Kreative und Innovationen – wie die Sitebar – eingeführt.“ Wolfgang Schwayda, Leiter der News Networld sieht allerdings die Kleinheit des Marktes auch als Hindernis für Innovationen.
Wie sieht der in Zahlen gegossene Erfolg etablierter Online-Medien aus? Von zehn Millionen Euro Bannerumsatz im VZ-Netzwerk im Jahr 2008 spricht Riedl. Gerlinde Hinterleitner, Chefredakteurin von derStandard.at sprach von einem Umsatz von 11,5 Millionen 2008, die Erwartungen für dieses Jahr hätten sich jedoch nicht ganz erfüllt. Prantner wollte für ORF.at keine Umsatzzahlen nennen. oe24-Netzwerk-Chef Martin Gaiger ließ sich immerhin soviel entlocken, dass der von ihm verantwortete Österreich-(Online)-Teil seit März ein ausgeglichenes Betriebsergebnis einfahre.
Google – Freund oder Feind?
Bleibt die Frage, ob der Großteil des Werbeeuros zu Google wandere? Für ORF.at-Boss Prantner ist die Sache klar: „Unsere Konkurrenten sind nicht derStandard, nicht krone.at, sondern Google.“ Das sieht Hinterleitner nicht so streng: „ Wir haben ein entspanntes Verhältnis zu Google. Die Menschen finden uns und unsere Contents damit. Google ist ein wichtiger Partner.“
Und wo werden die Marketing-Entscheidungen im globalen Online-Business getroffen? Für Rainer Gangl, Kreativer der Online-Branche, bleibt es ein lokales Business mit lokalen Ansprechpartnern. Dem schloss sich auch Chef der Mediaagentur MediaCom, Joachim Feher, an. Die lokale Bedeutung des digitalen Business versuchte Feher mit Zahlen aus seinem Unternehmen zu belegen: Bereits zehn Prozent seiner Mitarbeiter seien bereits mit Digital-Marketing beschäftigt.
Ungewohnt versöhnlich zeigte sich Martin Gaiger mit ORF.at in Hinsicht auf dessen Werbefinanzierung: „Ich fürchte, wenn ORF.at werbefrei wird, dann hätte es noch mehr User.“ Das freute auch Prantner und gab die Parole aus: „Wir sind die Zukunft!“ Meinte damit aber freilich die gesamte Digital-Marketing-Branche.

bplatzer - 17. Jul, 09:08


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