Fr, 17.Jul.09

„Denken Sie in Ideen, nicht in Kanälen!“

Lars Bastholm, Jury-Präsident der Cyber Lions 2009 in Cannes und Vera Steinhäuser, Digital Head bei BBDO PKP und 2008 Mitglied der Cyber-Lions-Jury, waren quasi die Headliner des Werbeplanung.at Summit 09. Die beiden referierten über ihre aktuellen Lieblingsonlinekampagnen weltweit.

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Konzerte in Banner-Boxen sorgten für Lacher im Publikum, die belgische Bank Axion erfand sogenannte "Banner-Konzerte" und holte damit einen goldenen Löwen bei den Cyber Lions im Rahmen des Cannes Lions Festivals. Die Idee: Reale Boxen im Verhältnis von Onlinebannern wurden gezimmert, man ließ junge Bands darin performen, diese Auftritte wurden dann in Websites als Banner eingebunden, hier zu sehen.
Lars Bastholm, diesjähriger Cyber-Lions-Jurypräsident in Cannes und Cherf des Digital Business von Ogilvy in Nordamerika, war am Freitag zu Gast beim Werbeplanung.at Summit09und präsentierte dort seine Online-Favoriten. Neben der Axion-Kampagne stellte er freilich auch die drei Gand Prix-Winner bei den Cyber Lions vor: "The best Job in the World", Eco:Drive von Fiat und "Why so serious", eine Viral-Kampagne von Warner Bros für den Batman-Film "The Dark Night" (alle zu sehen auf canneslions.com). Die Kampagnen sind wohl auch gute Beispiele dafür, was Bastholm mit "in Ideen, nicht in Kanälen denken" meint: Digital ist überall und betrifft alle Formen der Kommunikation. Bastholm: "Think involvement, not interruption".

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Lars Bastholm empfiehlt: "Think involvement, not interruption". (c) Bernhard Bergmann

"Ganz schön brutal"

Auch Vera Steinhäuser, Digital Head bei BBDO PKP und 2008 Jahr Jurymitglied bei den Cyber Lions in Cannes, meint, Digital sei das berhrrschende Thema in Cannes 2009 gewesen. Überall werde gefragt "Did they make it big?", wurden also wirklich alle Wege und Medienkanäle genutzt, um die Idee auszubreiten und groß zu machen? Nur wer das geschafft hat, könne in Cannes mit einer Idee punkten. Werber stehen also vor neuen Herausforderungen: Konsumenten schaffen ihre eigenen Markenrealitäten, sie greifen aktiv in die Markenkommunikation ein. Steinhäuser: "Die Zukunft ist digital, da sind sich alle einig".
Diese Herausforderung hat Burger King mit seiner Whopper Sacrifice-Kampagne bravourös gemeistert und wurde dafür auch in Cannes belohnt. Wir erinnern uns: Wer zehn Facebook-Freunde opfert, bekommt einen Whopper gratis. "Ganz schön brutal", merkt Steinhäuser an, aber ein Beispiel, "wie man Facebook-Geschichte schreibt". Als gelungenes Beispiel wie Mobile Advertising eingesetzt werden kann sieht sie in einer Lego-Kampagne aus Deutschland, die Idee gewann dieses Jahr bei Outdoor, Direct und Promotion. Begeistert hat sie auch die "The Great Schlep"-Kampagne, darin wird um Obama-Stimmen der Juden in Florida geworben.
Auch Österreich konnte heuer bei den Cyber Lions in Cannes punkten: Draftfcb + Partners gewann mit der Buchhaltersuche einen Cyber-Lion in Gold. "Die einfache Idee und die Genauigkeit, die richtige Zielgruppe zu treffen", waren für Lars Bastholm die Gründe, warum diese Kampagne ausgezeichnet wurde.
(Quelle: DerStandard/Etat.at)

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Vera Steinhäuser weiß: "Die Zukunft ist digital, da sind sich alle einig". (c) Bernhard Bergmann

Medientage München widmen sich "MUT - Medien und Transformation"

Die 23. Medientage München gehen vom 28. bis 30. Oktober 2009 in der bayrischen Landeshauptstadt in Szene.

MTM-LogoDie Medientage München, die vom 28. bis 30. Oktober 2009 in der bayrischen Landeshauptstadt stattfinden, machen Mut – zumindest mit dem Generalmotto: "MUT - Medien und Transformation". An den drei Medientagen diskutieren rund 600 Medienexperten in 90 Einzelveranstaltungen über aktuelle Entwicklungen und die wichtigsten Trends im Medienmarkt. Die Keynote hält in diesem Jahr der Philosoph, Publizist und Autor Richard David Precht. Neben dem traditionellen Mediengipfel am Mittwoch, dem Printgipfel am Donnerstag und dem Onlinegipfel am Freitag, gibt es mit dem Infrastrukturgipfel am Donnerstagvormittag einen weiteren Programmhöhepunkt. Der Onlinegipfel am Freitag wird von blinkx-Chef Suranga Chandratillake eröffnet. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen die radikalen Veränderungen der Medienlandschaft und die Frage nach dem Leitmedium der Zukunft. Die Medientage München finden vom 28. bis 30. Oktober im Internationalen Congress Center der Messe München (ICM) statt.

Der zweitägige Werbeplanung.at Summit 09 startet ausverkauft

Martin Staudinger, Herausgeber des Branchendienstes Werbeplanung.at, begrüßte heute in der Österreichischen Nationalbibliothek mehr als 400 Teilnehmer zum Werbeplanung.at Summit 09. Als Key-Note-Speaker trat ZIB-2-Moderator Armin Wolf in Erscheinung.

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„Es ist eine grauenvolle Tageszeit für mich, wie Sie sich denken können“, eröffnete ZIB-2-Anchorman Armin Wolf kurz nach 9 Uhr den Werbeplanung.at Summit 09 als erster Sprecher. Als „Grufti, Old-Media-Mann“, habe er sich gewundert, zu einem Kongress für digitales Marketing eingeladen worden zu sein. Der Journalist verbringt „sechs bis acht Stunden im Internet als User und zirka eine Stunde pro Tag als Web-2.0er“. Wolf ist Österreichs wohl reichweitenstärkster Twitterer. 6.600 Follower, also Menschen, die seine Zwitschermeldungen bis jetzt abonnierten, verfolgen sein Tun. Das klingt nach viel, ist im internationalen Vergleich aber verschwindend gering – dem US-Journalisten George Stephanopoulos beispielsweise folgen etwa 960.000 Menschen. Das führt Wolf auch zu dem Befund, dass es in Österreich keine relevanten Blogger gebe. Nicht, weil keine hochprofessionellen Blogs in Österreich betrieben werden, sondern schlicht, weil sie „keine Öffentlichkeit erreichen oder etwas bewegen würden“. Freilich, Wolf gründet dabei sein Urteil explizit auf politischen Blogs und klammert spezifische Themenblogs aus.

Etablierter Markt – mit einer Menge Potenzial nach oben

In der anschließenden Gesprächsrunde antworte Clemens Riedl, CEO von StudiVZ, auf die Frage, was Österreichs Online-Medien von seinem Web-2.0-Angebot lernen könnten, dass Österreich Medien die Entwicklung des Social-Media verschlafen habe und es keine jungen, neue Angebote gebe. ORF.at-Direktor Thomas Prantner relativiert das: „Jede erfolgreiche Site kann von einer anderen erfolgreichen lernen.“ Prantner konstatiert jedoch, dass der ORF einen Aufholbedarf habe, um als multimediales Angebot wahrgenommen zu werden. Allerdings, Eile mit Weile: „Ich wäre verrückt, würde ich die Erfolgsstruktur, die zu diesen Zugriffen geführt hat, brechen.“
Eine Lanze für den Online-Standort Österreich bricht auch GMX.at-Chef Christopher Sima: „Wir haben hier gute Kreative und Innovationen – wie die Sitebar – eingeführt.“ Wolfgang Schwayda, Leiter der News Networld sieht allerdings die Kleinheit des Marktes auch als Hindernis für Innovationen.
Wie sieht der in Zahlen gegossene Erfolg etablierter Online-Medien aus? Von zehn Millionen Euro Bannerumsatz im VZ-Netzwerk im Jahr 2008 spricht Riedl. Gerlinde Hinterleitner, Chefredakteurin von derStandard.at sprach von einem Umsatz von 11,5 Millionen 2008, die Erwartungen für dieses Jahr hätten sich jedoch nicht ganz erfüllt. Prantner wollte für ORF.at keine Umsatzzahlen nennen. oe24-Netzwerk-Chef Martin Gaiger ließ sich immerhin soviel entlocken, dass der von ihm verantwortete Österreich-(Online)-Teil seit März ein ausgeglichenes Betriebsergebnis einfahre.

Google – Freund oder Feind?

Bleibt die Frage, ob der Großteil des Werbeeuros zu Google wandere? Für ORF.at-Boss Prantner ist die Sache klar: „Unsere Konkurrenten sind nicht derStandard, nicht krone.at, sondern Google.“ Das sieht Hinterleitner nicht so streng: „ Wir haben ein entspanntes Verhältnis zu Google. Die Menschen finden uns und unsere Contents damit. Google ist ein wichtiger Partner.“
Und wo werden die Marketing-Entscheidungen im globalen Online-Business getroffen? Für Rainer Gangl, Kreativer der Online-Branche, bleibt es ein lokales Business mit lokalen Ansprechpartnern. Dem schloss sich auch Chef der Mediaagentur MediaCom, Joachim Feher, an. Die lokale Bedeutung des digitalen Business versuchte Feher mit Zahlen aus seinem Unternehmen zu belegen: Bereits zehn Prozent seiner Mitarbeiter seien bereits mit Digital-Marketing beschäftigt.
Ungewohnt versöhnlich zeigte sich Martin Gaiger mit ORF.at in Hinsicht auf dessen Werbefinanzierung: „Ich fürchte, wenn ORF.at werbefrei wird, dann hätte es noch mehr User.“ Das freute auch Prantner und gab die Parole aus: „Wir sind die Zukunft!“ Meinte damit aber freilich die gesamte Digital-Marketing-Branche.

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Österreichs Blog für Digital-Marketing

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